Last Christmas – I gave U my <3—- Nostalgiebeitrag für Anja, weils so schön war und wir der Zeit hinterherhinken… ;)

Wenn das Fest der Liebe naht…
Hundefutterwerbung gibt es jetzt auch mit weihnachtlichem Anschlag. Toll. Ich hasse die Weihnachtszeit. Echt jetzt. Überall wird man bedrängt von dummdreisten Liedern, Werbungen und sonstigem Kitsch, was auch zu den besten Zeiten schon angestaubt und unrealistisch war. Gefühlt seit mindestens August muss man sich diese Scheiße ziehen, kommste ja nicht dran vorbei an diesem ganzen Kram.
Und da ich leider auch dazu neige, in der dunklen Jahreszeit den mir sonst verhassten Fernseher laufen zu lassen, um wenigstens ein bisschen Leben um mich herum zu haben,  habe ich den Eindruck, dass ich mindestens schon zwanzig Jahresrückblicke gesehen oder gehört habe. Anfang Dezember.
Das ist wirklich spitze. Da wird dir so richtig schön vor den Latz geknallt, dass das Jahr aber auch mal sowas von unwiderruflich vorbei ist. Da gibt es kein langsames Ausklingen von so einem Jahr, wenn das dann mal vorbei ist, dann geht das aber auch zack zack. Durch den Dezember hetzt man sowieso noch schneller als durch den Rest des Jahres, der zählt also irgendwie nicht mehr. Da gibt es kein sanftes Überfließen, keine weichen Übergänge.
Das ist nicht wie mit einem Tomtom, da wird dir nicht gesagt, „Ausfahrt vor Ihnen in 2 km“ – „ In 500 Metern Ausfahrt vor Ihnen. Rechts abbiegen und auf die 2009 auffahren“.  Nö, ich will jetzt noch nicht, ich fahr noch ein bisschen weiter, nehme noch ein paar Umwege und kann ja immer noch wenden, wenns dann auch mal für mich genug ist mit 2008.
Überhaupt hätte ich gerne ein Tomtom für mein Leben. Wie praktisch wäre das denn bitte? Da wären mir wohl so einige Einbahnstraßen erspart geblieben. Hätt ich doch gleich elegant umschifft den Rotz.  „Eingebildeter Liebeskummer vor Ihnen in 2 km – bitte folgen Sie der Umleitung“.  Oder so.
Jedenfalls springt mein Hirn auf diese Jahresrückblicke sofort an. Als hätte es nur darauf gewartet. Da muss man sich ja auch mal fragen, was haste 2008 eigentlich gemacht, so lange ist es nicht her, erinner dich, womit haste denn die ganze Zeit verplempert, die da jetzt nicht mehr wieder kommt, weil sie eben endgültig  vorbei ist. Und irgendwie ist mir, als sähe ich nur eine graue, undurchsichtige Masse. Oder sehe mich, wie letzte Woche, mit meinem Schneggchen nachts auf der Autobahn stundenlang, frierend herum stehend, weil die verdammte Karre wie irre Rauch aus allen Löchern pustet und nicht mehr weiter fahren will, wartend darauf, dass ich abgeschleppt werde. Wenn das mal nicht das passende Fazit für dieses Jahr ist.
Ach, Paul Potts läuft in der Chartsshow 2008. Jepp, genau, einer der Gänsehautmomente der Werbung. Ist das jetzt gut oder schlecht, wenn die einzige Gänsepelle im Jahr 2008 von einer Werbung erzeugt wurde?
Und was habe ich denn jetzt gemacht in diesem Jahr außer zu Heulen wegen jedem Krams. Wann hat das eigentlich angefangen mit dieser blöden Flennerei. Kann mich noch gut erinnern an Zeiten, da waren meine Tränendrüsen dazu eindeutig  zu stolz. Ich meine, ich heule ja jetzt auch schon bei Filmen. Noch gar nicht so lange her, die Tage lief „Familie Stone – Verloben verboten“. Das krieg ich bald nicht mehr in die Birne. Wie kann man denn bei einem solchen Film heulen bitte schön? Da sitze ich vor dem Fernseher und lache und weine mit Personen, die ich nicht kenne, finde es traurig und schön und will sowas auch, will auch, dass da einer mich sieht und weiß, die ist es, die oder keine und einem Bus hinterher läuft, weil ich beschlossen habe, zu gehen, bevor es ernst werden könnte und er das nicht einfach so hinnehmen will.
Aber ich sitze da auf meinem blöden Riesensofa  alleine und heule und stelle fest: Hallo Single-Blues. Herzlich Willkommen in meinem Leben. Du hast mir gerade noch gefehlt. Echt jetzt. Ich dachte immer, Single-Blues ist nur für dumme Weiber, die jammern und klagen und heulen und die Hoffnung auf die große Liebe noch nicht aufgegeben haben, aber sich lieber an Totgeburten hängen, weil die soviel Drama und Aufregung in dem eigenen langweiligen Leben versprechen und nicht sehen, wenn Männer mit echtem Potential direkt vor ihrer Nase stehen. Also Frauen wie Bridget Jones zum Beispiel. Oder Frauen wie ich, fällt mir ein. Oh mein, Gott, ich bin Bridget Jones.  Jetzt ist es amtlich, der Horror hat sich erfüllt. Wobei ich dann doch lieber Rose aus Titanic wäre, die hat wenigstens Stil dabei und kriegt ihren Arsch am Ende doch noch hoch und muss nicht so eine Type im Rentierpulli heiraten.
Also super, jetzt nicht nur scheiß Weihnachten, jetzt auch noch scheiß Single-Blues und scheiß Kopfschmerzen, weil wieder zu viel getrunken gestern bzw. heute morgen und wieder einmal undiszipliniert irgendwelche Simsen geschrieben an irgendwelche Typen, die ich für Mr. Darcy halte und die es wohl doch nicht sind und die ich eigentlich links liegen lassen sollte, weil die eben keinem Bus hinterher laufen würden. Oder so ähnlich.
Irgendwie ist mir, als hätte ich das alles schon mal gehabt. Letztes Jahr. Da war es Silvester. Fängt wohl immer früher an der ganze Mist. Oder es war der gleiche Mann. Oder es ist die Verbindung zu ziehen:  wie so ein Jahr beginnt, hört es auch wieder auf.
Egal, vorbei mit Hoffen und Heulen,  2009 will ich anders in Erinnerung behalten, also stehe ich den dämlichen Weihnachtsmist jetzt tapfer durch und freue mich darauf, die bereits gefassten Pläne für das kommende Jahr  in die Tat umzusetzen, schalte den körpereigenen Tomtom an, genieße die Ruhe, die mir jetzt noch bleibt und bin sehr gespannt auf meinen nächsten Jahresrückblick, der dann hoffentlich mehr im Fazit als heulende Warterei auf den Abschlepper beinhalten möge.
In diesem Sinne, euch einen tollen Advent. 🙂

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Anja sagt:

    Und wie sehr ich doch der alten Zeit hinterherhinke…
    So vieles hat sich geändert und wie ich beim Lesen feststellen musste nahezu unser ganzes Leben. Ich mein du möchtest offensichtlich in naher Zukunft ein Kind, ich höre in meinem Kopf immer noch das plärrende Balg nach seiner Mutter schreien.
    Heutiges Fazit; mir fehlt unsere Freundschaft nach wie vor!

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