Ruhe und Müßiggang

Digital Detox ist der neue Inbegriff. Ein Begriff,  der mir echte Falten auf die Stirn zauberte.  Brauchen wir wirklich einen Begriff dafür oder besser noch Seminare dafür,  wie man zurück kommt ins analoge Leben? 
Ich begann mein Tun zu hinterfragen und stelle fest: Ja es braucht eine bewusste Entscheidung. 
Ich habe mein Handy irgendwie ständig in der Hand. Höre relativ häufig den Satz, du hörst mir gar nicht richtig zu. Beklage mich, dass ich viel zu wenig Zeit habe für wichtige und richtige Dinge. Begleitet wird das alles von vielen Verpflichtungen, die ich mir online auferlegt habe. In meiner Freizeit. Die schon eh sehr beengt ist.  Nicht zuletzt durch ein Hobby,  was mittlerweile unverhältnismäßig Zeit in Anspruch nimmt. 

Gar nicht verleugnen möchte ich,  dass ich online sehr viele,  wirklich sehr liebe Menschen kennen und schätzen gelernt habe. Mit denen ich oft mehrmals täglich in Kontakt stehe. 

Doch diese ständige Erreichbarkeit stresst mich sehr. Immer ein Auge aufs Handy,  führt zu Multi tasking. Was ich noch nie richtig konnte und in meinem Hauptjob schon täglich mindestens acht Stunden aufgezwungen bekomme. 

Mein Hobby ist Kreativität und ich glaube fest,  dass diese mit Langeweile und Müßiggang zu tun hat. Diese zwei Dinge gibt es nicht in meinem Leben. Ich hetze der Zeit hinterher. 

Digital Detox. Den Stecker ziehen. In erster Linie bedeutet das für mich: Facebook vom Handy werfen. Meine geliebte Probenähgruppe zu verlassen. Das ist wie Schluß machen trotz Liebe. Aber es muss sein.  Meine Facebook Seiten ruhen zu lassen.  Und zu sehen,  was dann passiert.

Ich werde also in Zukunft nicht mehr ständig präsent sein. Nicht mehr sofort ansprechbar. Es muss ein kalter Entzug sein am Anfang.  Mal sehen,  wie ich den überstehe und wie ich es schaffe,  die Facebook Welt nur Häppchenweise  zurück in mein Leben zu lassen und zwar auf Dauer nur in Happen.

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. „Ein mögliches Szenario“

    Die ersten Tage schleicht sich ständig der Drang ein, doch noch mal aufs Handy zu schauen. Irgendwas fehlt da doch! Hat es jetzt gebrummt, oder hat es nicht? Die alten Pfade sind eben noch da und man muss mit Geduld neue Pfade gehen, wo aktuell noch hohes Gras steht und das Gehen etwas schwerer fällt.

    Plötzlich hat man Zeit über, sehr viel Zeit, wo man sich anfangs durchaus fragen könnte: Was mache ich jetzt? Ein Buch, einen Film, ein Spiel? Irgendwie ist es doch gerade langweilig und die Suche nach alternativem Zeitvertreib beginnt – welcher nicht unbedingt sinnvoller ist als der vorherige!
    Vielleicht entdeckt man auch die Liebe zu etwas altem wieder, was man vorher aus ähnlichen Gründen hat sausen lassen.
    Man wird kreativ, vielleicht nicht im Sinne von gestalterisch, aber im Suchen und Finden von Alternativen.

    Facebook selbst ist unwichtig, die wichtigen Kontakte sind und bleiben auch per Telefon/WhatsApp erreichbar. Von einigen Menschen hört man mehr als vorher, von anderen weniger und von nochmals anderen gar nichts mehr.

    Irgendwie gibt es doch einen tieferen Sinn im Leben als „Katzenbilder“ auszutauschen. Man bekommt vielleicht nicht mehr so viel mit, hat vielleicht auch das Gefühl etwas zu verpassen, aber man hat auch weniger Druck durch selbst auferlegte Verpflichtungen. Doch anstatt zu denken man würde jetzt etwas verpassen, könnte man auch auf den Trichter kommen, dass man sich bisher eigentlich nur selbst verpasst hat.

    Schlussendlich kommt es darauf an, was man selbst daraus macht.

    Viel Spaß beim Entzug 🙂

  2. Peggy Schalk sagt:

    Ach Nicole- ich wünsche, dass du für dich und niemand anderen das Richtige tust. Klar… ich/wir hätten uns gewünscht, dass du uns als Privatperson in der Probenähgruppe erhalten bleibst- einfach um uns allen weiterhin mit Rat zur Seite zu stehen. Aber du weißt hoffentlich aucc, dass du JEDERZEIT wieder willkommen bist. Mach jetzt einfach erstmal ne Pause- ich weiß von meinen paar Tagen Urlaub, wie schön auch so eine Facebookpause ist (es waren nur 11 Tage), aber es tat auch gut. Man verpasst nichts wirklich. vom Handy schmeißen musst du es ja nicht- melde dich einfach nicht an, dann kommen auch keine Benachrichtigungen.
    Ich stalke dich jetzt hier weiter 🙂 und auf Pinterest…hihi
    Fühl dich ganz doll gedrückt- wir lesen uns
    LG Peggy

    1. Frau Lohse sagt:

      Peggy, doch muss ich. Ich hab heute schon diverse Momente gehabt, in denen ich das Handy in die Hand nahm und bei facebook gucken wollte. Einfach nur so. Statt dessen hab ich gerade die Flow gelesen. Die ich sonst immer nur kaufe und durchblätter und zur Seite lege,weil ich nie zum lesen komme. 😂
      Zum Facebooken will ich mich bewusst entscheiden. Und dazu ist es sinnig, das Laptop anzuschalten. Das mach ich nie so gerne. Aber so tritt ein bewusster Prozeß ein.

      Du hast recht. Ich finde das mit den Trollen auch unglaublich schade,aber ich denke, wenn man so kurz vorm online Koller steht oder mittendrin ist, muss man einfach mal die reissleine ziehen, um sich mal wieder auf sich zu besinnen.

      Gerne komme ich auch zurück, wenn ich gelernt habe, wie ich das alles nicht so überhand nehmen lassen kann. Ich glaube nämlich, dass mir die trollbande auf Dauer fehlen wird und du, molly und Katja habt mir da schon deutliche Denkanstöße mit gegeben. Möglich, dass es jetzt einfach nur Tabula rasa war und sich in ein paar Wochen ganz anders darstellt.

      Drück dich doll zurück.

  3. Silvia Telse sagt:

    Hi Nicole, du hast so recht, wären nicht Handy, Tablet und PC würde man viel mehr schaffen. (hier ist gemeint dem Hobby nachgehen zur Entspannung!) Man gerät förmlich unter Druck, innerhalb von soundsoviel Sekunden zu antworten etc.p.p. Mach einfach langsamer, entschleunige und nimm die Zeit im Net einfach nur als kurzes Highlight am Tag. Völlige Abstinenz oder absolute Umkehr sind in unserem Zeitalter ja leider nicht mehr möglich, aber ich denke schon, dass der Medienkonsum auf ein erträglich Maß begrenzbar ist. Wünsche Dir viel Kraft! Lass Dich drücken, S.

  4. Susanne sagt:

    Hallo Nicole!
    Hut ab zu Deinem Entschluss! Nach ein wenig Entwöhnung wird es Dir mit der „Facebook-Diät“ sicher richtig gut gehen 🙂 Ich bin absoluter Facebook-Verweigerer, war noch nie auf der Seite und habe sogar Whats-App gelöscht. Trotzdem habe ich noch nie etwas Wichtiges verpasst, manches vielleicht etwas später erfahren und dafür auf analogem Weg. Mein Handy ist eigentlich immer auf lautlos und abends vergesse ich es sogar manchmal ganz in meiner Tasche (oder auch mal ein ganzes Wochenende lang…). Und es tut sooo gut, mal nicht immer erreichbar zu sein… Ausserdem: ging ja früher auch ohne – also irgendwie… Allerdings: nicht falsch verstehen: ich bin trotzdem viel mit Smartphone und Tablet unterwegs: Texte mit Freunden (es gibt ja zum Glück nicht nur Wats-App und diejenigen, die wirklich Kontakt halten WOLLEN, lassen sich auch auf einen anderen Messenger ein! Alle Anderen? Tja, denen war es dann wohl nicht so wichtig und mir dann wohl auch nicht…), lese jede Menge Blogs und durchforste Pinterest und komme dabei vom „Höxchen aufs Stöckchen“ und Schwupps sind ein paar Stunden dahin, Aber: dieses stöbern mache ich dann bewusst, statt irgendeinen Kram im Fernsehen zu sehen, der mich eigentlich nicht interessiert, kraule dabei den Liebsten bei chilliger Musik und nem leckeren Tee, so wie heute 😉

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und das Du einen Weg findest, mit dem Du am besten klar kommst und Dich wohl fühlst 🙂

    Ganz liebe Grüße und weiter so mit Deinem Blog!
    Susanne

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