Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt

Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt oder aber wie man sich selbst hinters Licht führt.

Seit ich nicht mehr facebooke, habe ich viel Zeit. Man glaubt es kaum, aber doch ja, es war ein Zeitfresser, nicht nur ein Hektikmacher. Und wer Zeit hat, der denkt nach. Denn immer nur aus dem Fenster gucken oder Zeitschriften blättern ist auch öde.

Beim Nachdenken stellte ich fest: Ich bin ganz schön bequem geworden. In jeglicher Hinsicht. Ich muss zugeben, ich habe mich sehr gehen lassen in den letzten Jahren und mit der Bequemlichkeit ein wenig übertrieben. Dazu gehört auch, dass ich in den letzten Jahren schlichtweg fett geworden bin, was ich gerne auf meine Schilddrüse geschoben habe. Ok, das war vielleicht auch irgendwann mal so, aber nicht mehr in den letzten Wochen…hust Monaten. Ich habe einfach viel zu viel gegessen oder anders, die komplett falschen Dinge.

Das Ding am Selbernähen und keine Waage haben, wobei die habe ich schon, nur keine Batterien, die ihr Leben einhauchen würden, ist ja der, dass man sich selbst sehr gut bekrücken kann, denn einem fällt gar nicht auf, dass man seinen Popo in immer größere Größen packt, steht nicht in der schonungslos alle fiesen Stellen zeigenden Kabine und hüpft in ein viel zu kleines Teil, um sich dann zu sagen, nee nee Frau Lohse, so geht das nicht weiter. Da ich nicht ausgehe, brauche ich auch keine heißen Fummel mehr, in denen ich den Bauch einziehen müsste und eine Jogginghose ist nun mal eine Jogginghose und passt irgendwie immer. Sie wächst mit.

Mein sportlicher Werdegang ist auch rückläufig: Von 4 mal die Woche auf 0. Treppen steigen in die 2. Etage ist doch auch Sport, ist ja schließlich ein Altbau. Dass es immer schwerer wurde, die Treppen hochzukommen, habe ich untermauert mit einem anstrengenden Tag.

Bis ich eines Morgens aus purer Langeweile auf eine Kalorienzähl App gestoßen bin und mir mal hochrechnete, was ich den Tag über so zu mir nahm. Ich gehöre ja zu den Menschen, die alles immer schwarz auf weiß sehen müssen, um es zu glauben. Gerade in Bezug auf mich, denn meine innere Pippi Langstrumpf ist echt nicht so klein. Und ich war ehrlich geschockt. Das war vor drei Wochen und seither übe ich Verzicht. Ein Verzicht, der im Grunde gar keiner ist. Ich bin nämlich großer Fan der Fleischeslust, das heißt, ich kann morgens direkt schon mit einem Grillteller starten. Jetzt ist es ein Bauernsalat, der mich morgens und mittags satt hält.

Was mir wiederum bewusst macht, dass Zucker eine Sucht ist. Mein Leben gestaltet sich im Grunde mit dem Satz „da fehlt Salz!“, wieso habe ich also in letzter Zeit so viel Schokolade zu mir genommen oder Kuchen oder Waffeln, die ich vor einiger Zeit noch sehr verabscheut habe. Mit Pizza und Salzchips war ich sonst immer sofort gut Freund, aber süß war so gar nicht mein Geschmack. Gut Geschmäcker verändern sich und vielleicht habe ich auf meine alten Tage erstmalig den Süßsinn in mir entdeckt. Ich glaube aber tatsächlich, es ist ein Trugschluss. Zucker macht süchtig. Ohne, dass man es merkt.

Je älter ich werde, desto mehr mache ich mir Gedanken, was ich mit meinem Körper so anstelle. Das liegt wohlmöglich an den verschiedenen Zipperlein, die plötzlich so auftreten. Man ist ja schließlich keine 20 mehr (und oh gott, ich möchte es auch gar nicht mehr sein, aber den Elefantenkörper von früher, den nichts erschütterte, den hätte ich gerne ein wenig länger behalten) Warum also macht Zucker so süchtig? Genauso wie Brot und Nudeln. Vor zehn Jahren hatte ich mich schon mal beschäftigt damit, mit Kohlenhydraten und Zucker und so und hab es alles wieder vergessen. Unvorstellbar eigentlich. Doch genauso ist es. Über die Jahre hinweg bin ich dem Zucker wieder in die Falle gegangen. Vor drei Wochen war damit Schluss und es sind auch schon ein paar cmeterchen weniger geworden. Die Waage hat zwar immer noch keine Batterie und meine Kleider auch immer noch kein Größenschildchen, aber ein Maßband, das hat man als geübte Hobbyschneiderin.

Mittlerweile überlege ich sogar, ob ich nicht doch mal wieder so 1 x die Woche zum Sport gehen sollte. Jumping spricht mich ja sehr an, da mein Aqua Kurs einfach immer noch zu teuer und zu voll ist. Aber leider gibt es Jumping nicht bei uns im direkten Umfeld. Nur eines weiß ich ganz genau, ich werde niemals sinnlos durch die Gegend rennen. Wie heißt es so schön: Hat man einen Jogger schon mal lachen sehen? Nee und das ist auch alles, was ich dazu wissen muss.

Ein bisschen Pippi mit ihrem „ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt“ wollen wir ja trotz allem Realismus bitte schön erhalten.

 

Kommt gut durch den Advent ihr Zuckerschnuten.

 

 

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